[rituale in kirche und sport]

Wer kennt sie nicht, die Rituale, die sich Woche für Woche immer wiederholen: Menschen auf dem Weg zu ihrer Kultstätte, fein herausgeputzt um so den Alltag hinter sich zu lassen. Dort trifft man(n) sich, es werden Lieder gesungen und miteinander fest stehende Texte gesprochen. Der Ablauf ist immer derselbe, inhaltlich passiert auch selten etwas anderes und manch einer fragt sich: Was wäre geschehen, wenn Gott nicht den Samstag erschaffen hätte? Der Spieltag wird zum Festtag, die Saison löst den üblichen Jahresablauf ab. Wer weiß schon noch, dass das Kirchenjahr mit dem Advent beginnt, wenn doch gerade im Dezember die Hinrunde der Meisterschaft zu Ende geht?!

Die Frage, wozu Rituale eigentlich da sind, wird immer wieder unterschiedlich beantwortet. Aber dass es sie gibt und sie für bestimmte Gruppen in einem bestimmten Zusammenhang auch Sinn machen, ist unbestritten. Sie geben dem Leben Struktur und helfen dabei, diese Welt zu deuten. So wittert z.B. der Reporter, dass "da jemand anders im Spiel" ist, als der Ball wie durch ein Wunder nicht ins Tor geht. Spieler bekreuzigen sich beim Betreten des Rasens und blicken zum Himmel nach einem Torschuss, egal ob sie an Gott glauben oder nicht.

Doch wie sehen die Rituale, Kulte und Feste im und um das Fußballstadion herum genau aus? Haben sie religiösen Charakter und wenn ja, was unterscheidet sie von den Ritualen, die Kirche und Christentum begehen? Im Materialbereich gibt es eine Arbeit, die sich besonders mit den Ritualen des Abendmahls beschäftigt.