Ich komme aus einfachen Verhältnissen. Während der Realschulzeit waren meine Lehrerinnen und Lehrer – obschon zwar allesamt sehr engagierte Leute – der Meinung, dass ich nicht zum Denken tauge. Ihre Empfehlung: „Junge, mach was Praktisches, werd‘ doch Bäcker!“

Das sitzt tief. Bis heute. Manchmal ertappe ich mich noch immer bei dem Gedanken, ob ich nicht doch lieber „was Praktisches“ machen sollte. Statt Seelsorge und Predigten, Beerdigungen und Taufen, vielleicht doch eher kleine Brötchen backen? Oder mal einen Zuckerkuchen?

Im Studium lernte ich, das die kritische Reflexion von Theorien bereits eine Form der Praxis ist. Und deshalb will ich mir hier in dieser kleinen Ecke des Internets die Möglichkeit schaffen, über größere und kleinere Entwicklungen nachzudenken. Gesellschaft und Kirche spielen dabei meist eine große Rolle. Nicht, weil mir nichts besseres einfiele, sondern weil ich als Christ einfach nicht davon lassen kann, mir meine eigenen Gedanken über die Zukunft „von Kirche“ (oft sehr konkret, aber auch mal ganz unspezifisch) zu machen. Dafür gehöre ich schon viel zu lange zu dem Laden und habe aus verschiedenen „Fallhöhen“ mitgemischt und zugeschaut. Nun also will ich ungeschützt und halböffentlich darüber nachdenken, oder besser: nach-denken. Hinterherschauen, was mir so im pastoralen Alltag widerfährt und inspiriert. Re-Flexion im wahrsten Sinne.

Dazu dient dieser Blog. Endlich mal „was Praktisches“…

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.