Wen kümmert’s? (Offenbarung 21,1-5)

One more light (Linking Park)

Should’ve stayed, were there signs I ignored? Can I help you not to hurt anymore?
We saw brilliance when the world was asleep There are things that we can have, but can’t keep

if they say
Who cares if one more light goes out 
In the sky of a million stars? It flickers, flickers 
Who cares when someone’s time runs out 
If a moment is all we are? Or quicker, quicker? 
Who cares if one more light goes out? 
Well, I do

The reminders pull the floor from your feet  In the kitchen, one more chair than you need, oh 
And you’re angry, and you should be, it’s not fair Just ‚cause you can’t see it,  doesn’t mean it isn’t there

if they say
Who cares if one more light goes out…

Es gibt einfach so Tage, da fällt das Weiterleben schwer. Da weiß ich gar nicht, wie es gehen soll. Der Abschied ist vielleicht noch gar nicht lang her. Andere haben schon ein bisschen Zeit gehabt, um die Lücke im Leben zu füllen. Mit Erinnerungen und Bildern. Und doch denken wir heute an all die Lichter, die erloschen sind. An Menschen, die wir lieben und die nicht mehr so bei uns sind, wie es mal war. Sie fehlen. Im Alltag, in der Familie, im Dorf, im Verein, im Freundeskreis. Und das tut weh.

„Wen kümmert es, wenn ein weiteres Licht ausgeht an einem Himmel von Millionen Sterne?“ Die Frage aus dem Song von Linkin Park kann ich verstehen. Klar, es ist nur ein weiteres Licht, das ausgeht. In einem Universum aus Millionen von Sternen scheint der Verlust eines einzelnen Lichts vielleicht nicht so schlimm. Und wenn unser kleines Menschenleben nur einen Moment dauert im Vergleich zur Weltgeschichte:

„Wen kümmert es, wenn jemandes Zeit abläuft?“ In der großen Menge oder von weit weg mag das einzelne, kleine leicht zu übersehen sein. Doch wir hier, wir sind nahe dran gewesen. Haben den Schmerz gespürt, als das Licht erloschen ist. Wir waren nahe dran. Wir gehörten zueinander. Und die Zeit, die abgelaufen ist, das war auch ein Teil unserer Zeit. Geteilte Zeit. 

Wen kümmerts? Na, uns kümmerts! Sonst wären wir ja heute nicht hier. Jeden und jede einzelne von uns kümmerts. Der leere Stuhl, der Platz am Tisch, die Sprüche, die ausbleiben. All das erinnert mich doch jeden Tag an das verloschene Licht, die abgelaufene Zeit. Mich kümmert’s. 

So wie im Lied:  Auf die Frage „Wen kümmerts?“ kommt die Antwort: „Mich kümmert’s.“ Oder auf Englisch: „I do“

Zwei Worte nur. Zwei Worte, die alles sagen, was ich fühle. Mich kümmerts. Nah dran, nicht nur ein weiteres Licht, sondern das eines wichtigen Menschen, den ich kannte, den ich geschätzt habe, ja, den ich geliebt habe.

„Mich kümmert’s.“ Sagt auch Gott. Jedes einzelne Licht, jede Lebenszeit. Gott kümmert’s. Gott ist es nicht egal, nein, auf keinen Fall. Gott sieht den Verlust, auch wenn die Welt sich weiter dreht. Gott kennt den Wert jedes Lebens, jedes Lichts. Und wenn ein Licht ausgeht, hält Gott es in Händen. 

Woher ich das weiß? 

„Er wird jede Träne abwischen 
von ihren Augen.
Es wird keinen Tod 
und keine Trauer mehr geben,
kein Klagegeschrei und keinen Schmerz.
Denn was früher war, ist vergangen.“ 
(Offenbarung 21, BasisBibel)

Gott ist es nicht gleichgültig. Gott sieht die Tränen und trocknet sie.  Und dann, dann wird es keinen Tod mehr geben! Keine Trauer und keinen Schmerz. Die vergangene Lebenszeit wird aufgehoben. Sie ist nicht einfach weg. Gott „macht alles neu“.

Ja, es mag sein, dass der Himmel von Sternen überflutet ist. Millionen von Lichtern, die über uns leuchten. Aber das Licht eines jeden Menschen ist einzigartig. Kein einziges geht verloren in den Händen Gottes. Gott kennt die Namen, die Gesichter, die Hände, die uns berührt haben. Und Gott trägt sie weiter, auf seinen Flügeln des Trostes.

Und diese Lichter leuchten auch in uns weiter. In jedem Lächeln, das sie uns geschenkt haben. In jedem Wort, das sie uns gesagt haben. In aller Zärtlichkeit und Zuwendung. Sie leuchten weiter, in unserem Inneren und in dem Glauben, dass der Tod nicht das letzte Wort hat. So denken wir heute an diese Lichter. Lassen sie hier und in uns leuchten. Und wenn dieser Tag heute zu Ende geht, halte ich mich auch weiter daran fest, dass sie in Gottes Licht geborgen sind. Gott kümmerts. Für immer.

Amen.

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