Definitionsschwierigkeiten (Römer 1,13-17)

Gehst du sonntags in den Gottesdienst? Ja?

Ist ja schon deshalb was Besonderes, weil man ja so viele andere Dinge am Sonntagmorgen tun könnte:

Ausschlafen zum Beispiel, oder lange frühstücken, endlich mal in Ruhe ein bisschen TikTok schauen oder vielleicht sogar jemanden besuchen, spazierengehen, joggen oder eher Schlittenfahren?

Ich weiß ja nicht, hast du nichts anderes vor? An so einem Morgen?

Ich stelle diese Frage ganz bewusst. Denn mich treibt schon länger die Sorge um, was aus uns wird als Kirche. Mit unseren Angeboten. Gerade am Sonntagmorgen.

Ich meine, es sind noch genug Menschen dabei, engagieren sich, bezahlen brav ihren Mitgliedsbeitrag. Aber insgesamt spüre ich doch, dass wir auf dem absteigenden Ast sind.

„Kirche wozu?“ fragen sich immer mehr. „Ach Christ bist du“, sagte eine neulich zu mir. „Und was macht man da so?“

Was bringt uns zusammen Sonntag für Sonntag? Ist es die Langeweile oder die Einsamkeit am Sonntagmorgen? Oder sind es die Lieder? Gebete? Der Kaffee danach?

Ich vermute mal, es gibt mehrere Gründe, warum Menschen sonntags zur Kirche kommen sind. Und vielleicht hat es auch was mit dem Glauben zu tun. Ja, dem christlichen Glauben. Könnte doch sein, oder?

Immer wieder werde ich gefragt und ich frage mich auch selber, worum geht es eigentlich im Glauben? Was ist das Evangelium, die Gute Nachricht, die uns sonntags zusammenruft? Aber so richtig schlau werde ich bei allem nachdenken nicht. 

Und da hilft mir auch Paulus nicht so richtig:

Ich schäme mich nicht für die Gute Nachricht. Sie ist eine Kraft Gottes, die jeden rettet, der glaubt. Denn durch die Gute Nachricht wird Gottes Gerechtigkeit offenbar. Das geschieht aufgrund des Glaubens und führt zum Glauben.

Römer 1,13-17 (BASISBIBEL)

Okay! Das Evangelium, die Gute Nachricht ist eine Kraft Gottes. Hm…  Es gibt in der theologischen Wissenschaft keine genaue Definition, was das Evangelium ist. Wir wissen nur: Evangelium, das Wort kommt vom Griechischen euangelion und heißt tatsächlich einfach nur „Gute Nachricht“ oder „Frohe Botschaft“. 

Was aber ist diese Gute Nachricht? Für dich? Für mich? Für uns? Hat sie etwas damit zu tun, warum du in die Kirche gehst? 

Also, was ist für dich das Evangelium? Es gibt darauf so viele Antworten. Die kann ich jetzt gar nicht alle nennen. Aber ich will kurz sagen, warum ich diesen Glauben so überzeugend finde:

Weil nicht entscheidend ist, ob ich schick aussehe oder eine tolle Figur habe.

Weil es nicht drauf ankommt, ob ich gesund und leistungsstark bin.

Weil Gott nicht danach fragt, was ich habe und was ich kann. 

Sondern…

Die gute Nachricht ist für mich:

Dass ich angenommen bin.

Würde habe und Rechte. 

Dass ich einen Wert habe, der unermesslich ist. 

Mein Leben ist nicht aufzuwiegen in Geld oder anderen materiellen Dingen.

Ich, du, er und sie – wir sind gedacht als Gottes Ebenbilder. Geliebt, angenommen, und beschenkt. Ganz egal, was wir dazu beisteuern.

Daran glaube ich. Und dieser Glaube kann Berge versetzen. Er gibt Kraft dazu, die Dinge auf Erden nicht hinzunehmen wie sie sind. Sondern sie zu verändern, wo es geht. 

So wie der Hauptmann aus Kapernaum, von dem bei Matthäus im Kapitel 8 zu lesen ist.

Weil er an diese Kraft geglaubt hat, ihr vertraut hat, wurde sein Kind wieder heile. 

Eine wunderbare Geschichte mit dem Evangelium, oder?

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